Über 95% weniger Schadstoffe

August 17, 2017

Der Dampf einer E-Zigarette enthält über 95% weniger Schadstoffe* als der Rauch einer herkömmlichen Zigarette. Das ist das wesentliche Ergebnis einer quantitativen Analyse von Wissenschaftlern der Abteilung Research & Development von British American Tobacco (BAT).

Untersucht wurde das Vorkommen von tabakrauchspezifischen Schad- und Giftstoffen im Dampf einer E-Zigarette vom Typ Vype ePen und im Rauch einer gewöhnlichen Tabak-Zigarette. Neben 150 verschiedenen Stoffen wurden vor allem die 9 Schadstoffe unter die Lupe genommen, die die Weltgesundheitsorganisation WHO als besonders gesundheitsschädlich eingestuft hat. Dazu gehören unter anderem Kohlenmonoxid, Formaldehyd und Acetaldehyd. Nach detaillierten Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Menge dieser Schadstoffe im Dampf einer E-Zigarette deutlich unter denen der Vergleichszigarette lag.

Diese Studie ist die erste, die eine umfassende Vergleichsanalyse zahlreicher Emissionen durch E-Zigarettendampf und Tabakrauch geleistet hat.

Fazit:

Die umfassende Untersuchung zeigt, dass die Schadstoffbelastung durch E-Zigaretten im Vergleich zur untersuchten Tabak-Zigarette in Bezug auf die untersuchten Substanzen deutlich geringer ist.

 

*Über 95 Prozent weniger bestimmter Schadstoffe als der Tabakrauch einer sogenannten Ky3R4F (Kentucky Reference Cigarette) -Vergleichszigarette, und zwar in Bezug auf die neun besonders schädlichen Stoffe, deren Reduzierung im Tabakrauch die Weltgesundheitsorganisation empfielt. Das bedeutet nicht, dass die E-Zigarette als „weniger gesundheitsschädlich“ bezeichnet werden kann. Auch beim Gebrauch von E-Zigaretten besteht ein Gesundheitsrisiko. Insbesondere können E-Zigaretten auch Nikotin enthalten, einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.

 

Studie (englisch): Chemical Composition of Aerosol from an E‑Cigarette: A Quantitative Comparison with Cigarette Smoke

Link: http://pubs.acs.org/doi/pdfplus/10.1021/acs.chemrestox.6b00188

Deutsche Zusammenfassung der Studie:

Versuchsanordnung

Bei der im Test verwendeten Tabakzigarette handelte es sich um das Modell Ky3R4F (Kentucky Reference Cigarette). Dieses ist eine King Size-Zigarette, die eigens zu Testzwecken an der Universität von Kentucky entwickelt wurde (9,4 mg Teer, 0,7 mg Nikotin/ Zigarette).

Zur Untersuchung des E-Zigaretten-Aerosols kam ein Vype e-Pen zum Einsatz,  ein geschlossenes System mit wiederaufladbarem Akku und austauschbarer Liquidkapsel mit Verdampfer (Cartomizer). Liquidsorte: Blended Tobacco (1, 58 ml Inhalt, 1,86 % Nikotin/ Kapsel).

Zur Generierung der Züge an E-Zigarette und Tabakzigarette wurde eine Rauchmaschine eingesetzt, die einen durch den Cooperation Centre for Scientific Research Relative to Tobacco (CORESTA) empfohlenen Standard anwendete. Das Zugvolumen betrug 55 cm³ bei einer Zugdauer von drei Sekunden und einem Intervall von zwei Zügen pro Minute.

Die Prüfliste umfasste insgesamt 150 schädliche und potenziell schädliche Bestandteile (harmful and potentially harmful constituents: HPHC) unter anderem bestehend aus:

Kohlenstoff/ Stickoxide, Carbonyle/ Dicarbonyle, Alkohole/ Dialkohole, Phenole, o-Heterocyclen, Chlorierte Dioxine/ Furane; Flüchtige, substituierte und polynukleare aromatische Kohlenwasserstoffe; Amide, Azine, aromatische und aliphatische Amine,  Nitrosamine, Metalle und Radionuklide.

 

Versuchsdurchführung

In einem nach ISO 17025 akkreditierten Prüfverfahren wurden drei unterschiedliche Prüfszenarien konstruiert und separate Messungen von spezifischen Schadstoffemissionen durch E-Zigarettendampf und Tabakrauch in der Raumluft durchgeführt. Die Messungen des Zigarettenrauchs und des E-Zigarettendampfes erfolgten in zwei unterschiedlichen Laborräumen. Außerdem wurde die Verunreinigung der Raumluft vor dem Einsatz der Zigaretten gemessen, um diese Werte von den Prüfergebnissen für Tabakzigarette und E-Zigarette zu trennen (Air/Method Blank Measurements).

Zum Vergleich der unterschiedlichen Zugmenge von Tabakzigarette (neun Züge) und e-Liquid (200 Züge) errechneten die Wissenschaftler die Schadstoffemission in der Raumluft für jeden einzelnen Zug (calculated per-puff values).

Nach dem Einsatz der Rauchmaschine erfolgte die Messung der Raumluftkonzentration aller 150 chemischen Verbindungen der Prüfliste.

 

Ergebnisse

Diese Studie zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Emissionen von E-Zigaretten und Tabakzigaretten. Von den 150 Messgrößen, die im E-Zigaretten-Aerosol untersucht wurden, konnten 104 nicht nachgewiesen werden. 21 Schadstoffe waren bereits vor der Versuchsdurchführung in der Raumluft vorhanden. Neun der 25 gefunden Aerosolbestandteile waren nicht quantifizierbar. 16 wurden ganz oder teilweise durch die E-Zigarette selbst erzeugt.

Im Gegensatz dazu wurden etwa 100 Schadstoffe in deutlich höherer Konzentration im Rauch der Tabakzigarette erkannt. Je nach Messgröße war die Menge der nachgewiesenen Bestandteile zwischen 82 bis über 99 Prozent höher als bei der E-Zigarette.

Folgerungen

Diese umfassende Untersuchung ist ein Beleg dafür, dass die untersuchte E Zigaretten ein gänzlich anderes Schadstoffprofil als die Ky3R4F – Vergleichszigarette hat. Insbesondere haben sich deutlich günstigere (insgesamt gerechnet mehr als 95 %) Werte in Bezug auf die neun besonders schädlichen Stoffe ergeben, deren Reduzierung die Weltgesundheitsorganisation bei Zigaretten besonders empfiehlt. Die Autoren sehen in ihrer Studie eine ermutigende Basis für weitere Untersuchungen wie präklinische In-vitro-Studien, klinische Biomarker-Studien und Populationsstudien, um die Ergebnisse zu überprüfen.